Lakritz - Die schwarze Leidenschaft

Wir wollten einigen Fragen nachgehen, die uns bei der Arbeit mit dem schwarzen Gold häufig gestellt werden. Wieso ist Lakritz schwarz? Was hat es mit dem Bärendreck auf sich? So entstand die Idee, Amüsantes und Wissenswertes über Lakritz in einem kleinen Buch zu erzählen.

Ein kleines Buch über Lakritz

Lakritz-Buch über die schwarze Leidenschaft
Dirk Soboll fotografierte für das Buch
Recherchereise nach Pontefract, UK
Lakritzschuh - Hauptrolle in "Goldrush" von 1925
Deckengemälde mit Süßholz im Bamberger Dom
Zweidlerplan von Bamberg mit Süßholzkränzen

Großes Kino in unserem Lakritzalltag, denn auf der Frankfurter Buchmesse wurde "Lakritz - die schwarze Leidenschaft" präsentiert, ein 64-Seiten-Gemeinschaftswerk des Autors Klaus-Dieter Kreische, kadó und dem Thorbeckeverlag.

Anfangs wollten wir in einer hausgemachten Fibel einigen Fragen nachgehen, die uns bei der Arbeit mit dem schwarzen Gold häufig gestellt werden: wieso hat Lakritz eine schwarze Farbe? Was hat es mit dem Bärendreck auf sich? Ist Salmiak auch Lakritz? Wo wächst Lakritz? So entstand die Idee. Wir trugen einige Fakten zusammen, stießen jedoch bald an Grenzen: unmöglich, die Recherchen von Berlin aus zu betreiben. Wir müssten in die Länder ausschwärmen, in die Museen, die Bibliotheken, zu den Lakritzherstellern und kompetenten Gesprächspartnern vor Ort, um all unsere aufkommenden Fragen zu beantworten. Hm, der nächste Schritt würde ein ganz anderes Vorgehen samt finanziellem Budget erfordern. Dreimal schlafen und Fibel adé.

Die erste Recherchereise führte uns nach England. Dort wurde Süßholz rund um die Castle Pontefract angebaut. Die Burg ist, nach sagenumwobener Historie, von der Bevölkerung geschliffen worden, nur Mauerreste erinnern noch an den Standort. Auch von der einst blühenden Lakritzwirtschaft Pontefracts ist nichts mehr zu sehen. In der Bibliothek lauschten wir den sagenhaften Geschichten über die Entstehung der ersten süßen Lakritzrezeptur weltweit, den Pontefract Cakes! Ein schwarzer Lakritztaler mit Burg-Prägung. Angeblich experimentierte der Chemiker Dunhill um 1760 mit Rohlakritz und entwickelte mit der Beigabe von Mehl und Zucker einen Lakritzteig - die erste Lakritzrezeptur!

Dagegen ist mit Sicherheit überliefert, dass Hollywood eine lakritzige Auftragsarbeit bestellte. Nämlich den Schuh, den Charlie Chaplin in seinem Film "Goldrausch" von 1925 als hungriger Goldgräber kocht, serviert und mit unerschütterlichen Tischmanieren verspeist. Er war vollständig aus englischem Pontefract-Lakritz gefertigt.

Ein französisch sprechendes kadó-Rechercheteam reiste nach Montpellier, Südfrankreich. Dort gab es entlang der Seidenstrasse viele Süßholzbauern, die ihre familieneigenen Lakritzrezepturen kochten. Die Anzahl ist heute auf wenige Familienbetriebe geschmolzen. Wir interviewten Madame Auzier über ihre generationsübergreifende Firmenhistorie.

Eine weitere Reise führte nach Rossano, Kalabrien. Dort besuchten wir die seit 1731 bestehende Firma Amarelli und schwelgten in den zahlreichen historischen Quellen, die dieser Lakritzfamilie zur Verfügung stehen. Das reicht sogar für ein Museum! Hier besichtigten wir, wie aus Süßholz Lakritz gekocht wird.

Auch in Deutschland hat Lakritz seine Wurzeln und eine letzte Recherche führte uns in die Gärtnerstadt Bamberg. Hier siedelten im 16. Jahrhundert ebenfalls Süßholzbauern und die Lakritzwirtschaft florierte. Spuren davon besichtigten wir im Bamberger Dom und in der Bibliothek.

Wieder in Berlin setzte sich Klaus daran, den Thorbeckeverlag für unsere Recherchen zu interessieren. Und daraus ist dieses kleine Buch über unsere Schwarze Leidenschaft geworden. Die Kochrezepte darin erstellte Maike Koch. Ilse Böge finanzierte die Recherchen und gestaltete die 32 Bilder zu den Texten. Zusammen mit Dirk Soboll, Innenarchitekt und Fotograf, entstanden die Fotos. Ein echtes Lakritz-Shooting samt Aufbau, Licht und gefälligem Glanz durch ein wenig Olivenöl…

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